ANGA warnt vor Ausbremsen der kommunalen und mittelständischen Netzbetreiber
BREKO-Marktanalyse 2026 bestätigt: Wettbewerber tragen den Glasfaserausbau in der Fläche – TKG-Änderungsgesetz droht ausgerechnet sie zu schwächen
- Ob Homeoffice, Telemedizin oder digitale Verwaltung funktionieren, entscheidet in Deutschland weiterhin die Postleitzahl.
- Kommunale und mittelständische Netzbetreiber investieren deutlich mehr als der einstige Monopolist – und liefern den Großteil der tatsächlich angeschlossenen Glasfaser-Haushalte.
- ANGA warnt: Einzelne Vorhaben des TKG-Änderungsgesetzes 2026 treffen ausgerechnet die Betreiber, die den Ausbau in der Fläche tragen.
- Eine von ANGA beauftragte Studie von Prof. Justus Haucap sieht die Gefahr strategischen „Rosinenpickens“ und schwächere Investitionsanreize.
Berlin, 02.09.2026– Die aktuelle BREKO-Marktanalyse 2026 zeigt: Die Glasfaser-Ausbauquote steigt auf 62 Prozent, doch das Investitionsklima hat sich spürbar eingetrübt – der neue Geschäftsklimaindex Telekommunikation weist bei den Investitionsbedingungen einen Wert von -13,3 Prozentpunkten aus. ANGA sieht sich darin bestätigt: Ausgerechnet die Betreiber, die den Ausbau in der Fläche stemmen, drohen durch neue regulatorische Eingriffe ausgebremst zu werden.
Für die „datenhungrige Familie 2030″ – mehrere Streams, zwei Homeoffices, ein Kind beim Online-Gaming, alles gleichzeitig – ist ein leistungsfähiger Gigabit-Anschluss Voraussetzung für den Alltag. Ob das in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren verlässlich funktioniert, hängt weiterhin vom Wohnort ab: Es entsteht ein Netz der zwei Geschwindigkeiten.
„Ob das Smart Home der Zukunft funktioniert, entscheidet in Deutschland noch immer die Postleitzahl – und ausgerechnet die, die das ändern, drohen jetzt ausgebremst zu werden: die kommunalen und mittelständischen Netzbetreiber“, sagt Sascha Brok, Geschäftsführer von ANGA.
Treiber des Ausbaus in der Fläche sind nicht der einstige Monopolist mit seiner weiterhin marktbeherrschenden Stellung, sondern die kommunalen und mittelständischen Betreiber vor Ort. Sie investieren nach Einschätzung von ANGA fast doppelt so viel wie der Ex-Monopolist – rund 70 Prozent der tatsächlich angeschlossenen Glasfaser-Haushalte gehen auf diese Wettbewerber zurück, die auch dort weiterbauen, wo sich der Ausbau am wenigsten rechnet.
„Der Mittelstand baut mehr als der einstige Monopolist – fast doppelt so viel, und genau dort, wo es sich am wenigsten rechnet. Das TKG-Änderungsgesetz sollte diese Betreiber stärken, nicht ausbremsen“, so Brok weiter.
ANGA unterstützt das Ziel des TKG-Änderungsgesetzes, mehr Rechtssicherheit zu schaffen und den Ausbau zu beschleunigen. Kritisch sieht der Verband jedoch das geplante „Recht auf Vollausbau“ sowie neue Zugangspflichten für Gebäudenetze: Beide treffen ausgerechnet die kommunalen und mittelständischen Betreiber, die beim Ausbau vielerorts bereits weiter sind als der große Wettbewerber. Die von ANGA beauftragte Studie von Prof. Justus Haucap warnt, dass die Neuregelungen massiv in die Investitionslogik eingreifen, den Anreiz für den Erstausbau schwächen und die Gefahr strategischen „Rosinenpickens“ bergen.
Fazit: Genau die Betreiber, die den Ausbau in der Fläche tragen, sollten nicht ausgebremst werden. ANGA appelliert an den Gesetzgeber, das TKG-Änderungsgesetz im weiteren Verfahren so nachzuschärfen, dass es die Investitionsbereitschaft kommunaler und mittelständischer Netzbetreiber stärkt.
Pressekontakt: Sinan Senyurt · ANGA Der Breitbandverband e.V. · sinan.senyurt@anga.de · 0172 9411 900
Quelle Marktdaten: BREKO-Marktanalyse 2026 (2. September 2026), brekoverband.de





